Freelancer oder Agentur? Diese Frage stellt sich vielen Unternehmen – und es gibt keine eindeutige Antwort darauf. Denn die Wahl hängt stark davon ab, was Du suchst: Suchst Du invidividuelle Betreuung und direkte Absprachen? Oder geht es Dir um strukturierte Prozesse? Suchst Du Unterstützung für Dein Team oder möchtest Du ganze Geschäftszweige auslagern? In diesem Artikel möchte ich Dir dabei helfen, etwas besser zu verstehen, was Du von Freelancern und Agenturen erwarten kannst.
Freelancer oder Agentur: Die wichtigsten Unterschiede
Grunsätzlich ist zu sagen, dass sowohl Agenturen als auch Freelancer sehr unterschiedlich arbeiten. Jede Agentur hat eigene Prozesse und Teamstrukturen. Viele Agenturen arbeiten selbst mit Freelancern zusammen, um ihre – oft zahlreichen – Projekte zu stemmen. Das bedeutet: Es kann gut sein, dass Du offiziell mit einer Agentur zusammenarbeitest und ein Freelancer Deine Inhalte erstellt. Dies ist nicht ungewöhnlich, sondern vollkommen gängige Praxis.
Selbiges gilt für Freelancer: Jeder Freiberufler oder Selbstständige hat ein eigenes Vorgehen und individuelle Fähigkeiten, die in die Arbeit mit einfließen.
Aus Erfahrung kann ich Dir sagen, dass die Entscheidung für oder gegen einen Freelancer oder eine Agentur immer auch eine sehr persönliche ist. Fachliche Qualifikation ist wichtig, doch mindestens genauso entscheidend ist es, ob die Chemie stimmt.
Kommunikation, Arbeitsstil und gegenseitiges Verständnis spielen eine große Rolle für den Projekterfolg – größer als es den meisten bewusst ist. Daher empfehle ich Dir, vor jeder Zusammenarbeit, ein Kennenlernen mit den externen Dienstleistern (ob Agentur oder Freelancer) zu vereinbaren.
Freelancer – frei und wild?
Nicht ganz! Freelancer arbeiten selbstständig und bieten spezialisierte Dienstleistungen wie SEO-Beratung, Texterstellung oder Videoschnitt an. Häufig haben Freelancer bereits jede Menge Erfahrungen gesammelt, die sie in ihre Arbeit einfließen lassen. Sie sind oft flexibler als Agenturen, da sie nicht in komplexe Organisationsstrukturen eingebunden sind und direkt ansprechbar bleiben.
Der größte Vorteil bei der Zusammenarbeit mit einem Freelancer ist die Betreuung aus einer Hand: Es gibt einen festen Ansprechpartner für Vertragliches, Inhaltliches und Organisatorisches. Dies führt automatisch zu weniger Konfliktpotential, zu weniger Missverständnissen und idealerweise zu weniger Kompromissen. In Agenturen sind oft mehrere Personen involviert – vom Projektmanager über den Texter bis hin zum Designer. Dies kann die Zusammenarbeit komplexer machen.
Freelancer sind wesentlich flexibler, sowohl was die Themen selbst als auch die Zusammenarbeit angeht: Anpassungen können schneller umgesetzt werden, da keine internen Genehmigungsprozesse oder Abstimmungen nötig sind. Auch spontane Änderungen oder neue Anforderungen lassen sich oft unkomplizierter integrieren als in einer Agentur, da Angebote flexibel und adhoc gestaltet werden können. Der Freelancer soll an internen Meetings teilnehmen? Auch das geht meist auf Zuruf.
Ein weiterer oft unterschätzter Vorteil: Freelancer lassen sich „einlernen“. Das bedeutet, dass sich Freelancer, insbesondere bei einer langfristigen Zusammenarbeit, auf Deine spezifischen Anforderungen einstellen. Was meine ich damit? Wenn die Zusammenarbeit mit einem Freelancer, nach Deiner Zufriedenheit läuft, so kannst Du ihn oder sie auf spezielle Themengebiete ansetzen. Diese Art von individueller Anpassung ist in einer Agentur oft nicht möglich, da dort Prozesse meist standardisiert sind und verschiedene Personen an einem Projekt arbeiten.
Freelancer sind oft kostengünstiger als Agenturen, da sie keine hohen Fixkosten für Büros, Verwaltung oder Personalstrukturen haben. Dadurch fallen die Margen bei Freelancern wesentlich geringer aus als bei Agenturen und somit sind auch die Rechnungssummen am Ende des Tages niedriger.
Wann ist denn nun ein Freelancer die bessere Wahl?
Freelancer sind ideal für kleinere, spezialisierte Projekte bei denen direkte Kommunikation von Vorteil ist. Freelancer können sich individuell auf Deine Bedürfnisse einstellen, Du kannst sie direkt in Dein Team einbinden und sie sind oft kosteneffizienter als Agenturen, da sie geringere Margen berechnen. Wenn Dein Projekt weniger komplex ist, aber maßgeschneiderte Lösungen und schnelle Anpassungen erfordert, ist ein Freelancer die richtige Wahl.
Agenturen – strukturiert und spießig?
Nicht wirklich! Agenturen arbeiten meist in Teams, die sich aus Experten verschiedener Disziplinen zusammensetzen. Somit decken SEO- oder Content-Marketing-Agenturen häufig ein breites Leistungsspektrum ab und entwickeln dieses auch immer weiter. Grunsätzlich gilt natürlich: Agentur ist nicht gleich Agentur! Einige Agenturen sind auf bestimmte Themen, Methoden, Schwerpunkte, Branchen oder Unternehmensgrößen (von KMU bis Konzern) spezialisiert, während andere Agenturen sehr breit aufgestellt sind, sowohl was Zielgruppe als auch Expertise angeht.
Eine Content-Agentur kann beispielsweise Experten aus den Bereichen Redaktion, Projektmanagement, SEO, Webdesign, Performance Marketing, Werbung, PR, Software Entwicklung und/oder Sales vereinen und dadurch auch sehr umfangreiche Projekte stemmen. Sie bieten ein breites Fachwissen, das ein Freelancer schon allein wegen der fehlenden (Wo)manpower häufig nicht bieten kann.
Besonders für umfangreiche oder parallele Projekte bieten Agenturen mehr Kapazitäten. Während ein Freelancer nur eine begrenzte Anzahl an Projekten übernehmen kann, kann eine Agentur meist auch wesentlich größere Projekte betreuen.
Agenturen arbeiten mit standardisierten Abläufen, festen Prozessen und klaren Verantwortlichkeiten. Das sorgt für eine professionelle und verlässliche Umsetzung, ist aber weniger flexibel als die direkte Zusammenarbeit mit einem Freelancer. Gerade bei massiven Projektumfängen können diese Prozesse hilfreich sein.
Viele Unternehmen empfinden die Zusammenarbeit mit Agenturen als frustrierend, weil die Kosten oft intransparent sind. Es ist nicht immer klar, welche Leistungen tatsächlich berechnet werden, und die Preise sind durch interne Margen und Overhead-Kosten oft höher als bei Freelancern. Auch hier ist natürlich anzumerken, dass die Art und Weise der Abrechnung von Agentur zu Agentur variiert.
Wann ist denn nun die Agentur die bessere Wahl?
Der Agenturbetrieb ist in der Regel von vornherein auf große und langfristige Projekte ausgelegt, um eine gewisse Planungssicherheit zu gewährleisten. Kunden können hier meist von der Branchenerfahrung der Mitarbeitenden profitieren. Ein breites Leistungsspektrum wird inhouse abgedeckt. Allerdings arbeiten die meisten Agenturen mit standardisierten Prozessen, was weniger Flexibilität mit sich bringt. Du suchst genau das? Wenn Dein Projekt viel Struktur, Manpower und interdisziplinäre Expertise verlangt, kann die Zusammenarbeit mit einer Agentur die richtige Entscheidung sein.
Wann sollte ich eine Agentur oder einen Freelancer ins Boot holen?
Einen „richtigen“ oder „falschen“ Zeitpunkt für externe Unterstützung bei der Content-Produktion gibt es nicht – es hängt von Deiner Situation und Deinen Zielstellungen ab. In den folgenden Szenarien kann es besonders sinnvoll sein, einen Freelancer oder eine Agentur hinzuzuziehen:
- Fehlendes Know-how: Wenn Dir das Wissen in Bereichen wie SEO, Storytelling oder Texterstellung fehlt, kann externe Unterstützung helfen, professionellen Content oder eine Content Strategie zu erstellen.
- Wachsendes Unternehmen: Dein Unternehmen wächst und Du stellst, dass Du nicht mehr alle Marketingaufgaben alleine bewältigen kannst? Oder steht das nächste Level bevor und Du willst jetzt in Sachen Content richtig Gas geben? Dann wird es Zeit für externe Hilfe durch einen routinierten Freelance-Texter oder eine Content-Agentur.
- Interner Wissensaufbau: Wenn Du langfristig interne Kompetenzen in der Unternehmenskommunikation oder im Content Marketing aufbauen möchtest, kann ein externer Experte wertvolle Unterstützung bieten.
- Andere Prioritäten: Du bastelst schon seit Ewigkeiten an Deinen Webseitentexten? Oder hast Du bereits jede Menge Ideen für Deinen Blog, aber irgendwie fällt die Contentproduktion immer wieder hinten runter? Wenn Du schlicht und erfgreifend ein Zeitproblem hast, dann kann Dir ein Freelancer oder eine Agentur im wahrsten Sinne des Wortes den A* retten.
Fragen, die Du Dir stellen solltest, bevor Du externe Dienstleister beauftragst:
💰Budget: Wie viel kannst und möchtest Du beispielsweise für die Contentproduktion ausgeben? Hast Du ein regelmäßiges Budget oder möchtest Du einmal investieren?
📋Projektumfang: Wie viel und welcher Content soll produziert werden? Geht es um eine einmalige Zusammenarbeit oder eine langfristige Betreuung?
🎯 Ziel: Was erwartest Du von Deinem Content? Willst Du neue Kunden gewinnen? Deine bestehende Webpräsenz weiter ausbauen oder aber Deine Positionierung schärfen?
🧠Expertise: Wobei genau benötigst Du Unterstützung? Welches Fachwissen suchst Du? Benötigst Du sehr gezielte Hilfe oder suchst Du medienübergreifenden Support bei Deiner Content- oder Texterstellung?
⚖️ Freelancer oder Agentur? – Direkter Vergleich
Kriterium | SEO Freelancer | Content Marketing Agentur |
---|---|---|
Flexibilität | Hoch, da intern weniger Abstimmungsprozesse nötig sind | Mittel, da die internen Organisationsstrukturen |
Kosten | Günstiger, da keine hohen Gemeinkosten | wesentlich höhere Kosten durch Team und Unternehmensstruktur |
Expertise | Spezialisierung auf eine Nische oder wenige Fachgebiete | In der Regel ein breiteres Fachwissen, auf das der Kunde Zugriff hat |
Kommunikation | Direkte und persönliche Kommunikation | Strukturierte Kommunikation über Projektmanager |
Verfügbarkeit | Schwankt, da abhängig von der Auftragslage | Oft größere Kapazitäten für mehr Projekte gleichzeitig |
Betreuung | Individuell und persönlich, ein Ansprechpartner für alle Themen | Standardisiert, oft mehrere Ansprechpartner |
Wann lohnt sich die Zusammenarbeit mit einem Freelancer?
Die Zusammenarbeit mit einem Freelancer ist besonders dann sinnvoll, wenn:
- Du eine persönliche Betreuung und direkte Kommunikation bevorzugst.
- Flexibilität für Dein Projekt entscheidend ist und schnelle Anpassungen nötig sind.
- Kosten eine Rolle spielen, da Freelancer oft günstiger sind als Agenturen.
- Eine langfristige Zusammenarbeit mit individuellen Lösungen gewünscht ist.
Wann lohnt sich die Zusammenarbeit mit einer Agentur?
Eine Agentur ist die bessere Wahl, wenn:
- Ein breites Fachwissen und interdisziplinäre Kompetenz benötigt wird.
- Dein Unternehmen größere Kapazitäten für die Contentproduktion braucht.
- Du auf umständliche Prozesse Wert legst.
- Skalierbarkeit und langfristige Planung für Dein Projekt entscheidend sind.
Welche Wahl ist nun die richtige?
Wenn Du Dir unsicher bist, was Du genau brauchst, kann die Zusammenarbeit mit einem Freelancer ein erster Schritt sein. Die flexible Zusammenarbeit ermöglicht es Dir, erste Erfahrungen mit „Externen“ zu sammeln, ohne Dich langfristig zu binden. Ein erfahrener Freelancer kann Dir auch weitere Spezialisten oder Agenturen empfehlen, falls Dein Projekt umfangreicher wird.
Agenturen sind sinnvoll, wenn Du mehrere Dienstleistungen kombinieren oder größere Content-Projekte umsetzen möchtest – oder wenn Du gar Dein gesamtes Content Marketing auslagern möchtest. Agenturen bieten strukturierte Abläufe und, in der Regel, eine breite Expertise. Allerdings hat diese auch ihren Preis. Natürlich ist es auch hier eine gute Idee ersteinmal mit einem Pilotprojekt zu begrinnen.
Letztendlich hängt die Entscheidung von Deinen individuellen Anforderungen ab – brauchst Du eine punktuelle, spezialisierte Unterstützung oder ein starkes Team für langfristige Projekte? Beide Optionen haben ihre Stärken – die richtige Wahl liegt in Deinem konkreten Bedarf.
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